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Anzahl Nachrichten: 17 - Seiten (2): [1] 2
Autor: Annette
Erstellt: Jul 10 2012 - 10:22 AM
Betreff: Kennt jemand von euch eine gute Reha-Klinik?
Hallo ihr Lieben,

der Arzt vom MDK wird der Krankenkasse mitteilen, dass er eine 3-wöchige psychosomatische Reha-Maßnahme bei mir für sinnvoll hält.
Nun bin ich auf der Suche nach eine geeigneten Reha-Klinik, die vielleicht auch noch die Begleiterscheinungen von CVID, wie chronische Bronchitis, Sinusitis, Erschöpfungszustände, Depression etc. behandeln kann.

Da mir die Norseeluft immer sehr gut getan hat, habe ich versucht eine Reha-Klinik auf den ostfriesischen Inseln zu finden. Auf der Internetseite des Fachklinikum Borkum hatte ich tolle Infos gelesen und dachte, dass diese Klinik für mich genau richtig ist. Dort gibt es einen Immunologen, Stresssymptome können dort behandelt werden, alle möglichen Erkrankungen der oberen Luftwege und es gibt dort psychotherapeutische Behandlung, wie man seelisch mit einer chronischen Erkrankung besser umgehen kann.

Ich habe bei der Klinik angefragt ob sie mich behandeln können und habe auch angegeben, dass ich an CVID leide. Heute bekam ich die Antwort."Ihre Anfrage wurde von unserem Chefpneumologen geprüft, jedoch handelt es sich um keine Indikation für das Fachklinikum Borkum. Diese Erkrankung kann in unserer Einrichtung leider nicht behandelt werden."

Jetzt verstehe ich die Welt nicht mehr.... und bin auch ziemlich geknickt.
Warum wollen sie mich dort nicht behandeln? Die Indikationen stimmen doch überein!!!
Oder liegt es daran, dass ich "CVID" habe?

Kennt jemand von euch eine gute Reha-Klink oder hat Erfahrung mit einer Reha-Maßnahme?

Ich würde mich sehr über Rückmeldungen von euch freuen.

Viele Grüße
Annette
Autor: Sabine
Erstellt: Sep 25 2012 - 12:36 PM
Betreff: re: Kennt jemand von euch eine gute Reha-Klinik?
Hallo Annette,

habe eben erst Deinen Bericht gelesen. Ich habe auch CVID, meine Kur wurde erst mal abgelehnt. Durfte dann nach Begutachtung aufgrund meiner Bandscheiben-OP´s zur Kur nach Bad Kissingen, aber CVID ist dort ein Fremdwort. Lt. Abschlussbericht bin ich Kerngesund und voll Einsatzfähig, da fehlen einem die Worte.

Mich würde interessieren wo Du jetzt Kuren durftest?

Gruß Sabine
Autor: Annette
Erstellt: Sep 26 2012 - 09:58 AM
Betreff: re: Kennt jemand von euch eine gute Reha-Klinik?
Hallo Sabine,

wie schön, dass Du mir geantwortet hast.

Ich dachte schon, dass hier noch niemand eine Reha gemacht hat.
Es ist schon zum Verzweifeln, wenn man als kerngesund und voll einsatzfähig aus einer Klinik entlassen wird, obwohl es uns CVD-Leutchen oft so schlecht geht. Kann man eigentlich so einen Abschlussbericht anfechten?
Ich hoffe, Du hast wenigstens in dieser Klinik etwas Gutes für Deinen Rücken tun können!!

Und ich.... ich bin immer noch nicht zur Kur gewesen

Ich habe irgendwann mal angefangen, jede Woche bei der Rentenversicherung anzurufen und zu fragen, ob der Antrag bewilligt wurde. Eine Sachbearbeiterin hat dann mal tatsächlich nachgesehen warum es solange dauert... der Arzt würde noch auf eine Antwort von meiner Internistin warten. Bei meiner Internistin lag aber keine Schreiben der Rentenversicherung vor. Beim nächsen Anruf bei der Rentenversicherung hatte ich einen sehr pfiffigen Sachbearbeiter am Telefon, der dann festgestellt hat, dass dieser Brief an meine Internistin das Haus überhaupt nicht verlassen hat. Er lag also ungesendet fast 4 Wochen bei der Rentenversicherung herum.
grrrrrrrrrrrrrrrrr

Dann ging alles recht schnell und eine sehr nette Sachbearbeiterin hat aus meinem Antrag einen Eilantrag gemacht. Das war wirklich sehr nett.

Tja, nur leider hat man mir nun eine völlig falsche Reha-Klinik zugewiesen.

Ich begreife das nichtt, besonders, weil ich dem Reha-Antrag extra noch eine Broschüre über CVID beigelegt hatte und noch einen eineinhalb seitigen Brief geschrieben habe, welche Auswirkungen CVID hat. Man wollte mich in die Median-Klinik Quellbrunn, in Bad Berka (Thüringen) schicken. Da die Klinik eine reine psychosomatische Klinik ist und keinerlei Möglichkeiten hat, die Atemwege zu behandeln, ging das ganze Procedere wieder von vorne los
Krankenkasse und Rentenversicherung wieder angerufen. Letzte Woche habe ich einen Umstellungsantrag per Fax an die Rentenversicherung geschickt, mit einer ärztliche Bescheinigung, dass meine Atemwege unbedingt mitbehandelt werden müssen.

Heute habe ich wieder bei der Rentenversicherung angerufen... Mein Umstellungsantrag würde gerade überprüft und es könnte noch ca. 1 Woche dauern, bis ich Bescheid bekomme.

Nun bin ich sehr gespannt, was als nächstes kommt. Ich hoffe wirklich, dass jetzt endlich mal etwas in die richtige Richtung geht.

Liebe Grüße
Annette
Autor: Annette
Erstellt: Nov 09 2012 - 08:36 PM
Betreff: re: Kennt jemand von euch eine gute Reha-Klinik?
Na, was tippt ihr? War ich schon in der Reha oder bin ich immer noch hier?

RICHTIG! Ich bin immer noch hier

Meinem Umstellungsantrag wurde tatsächlich stattgegeben. Leider konnte man mir jedoch keine Rehaklinik an der Nordsee nennen, da die Wartezeit für eine dortige Klinik für mich viel zu lange dauern würde.

Wie?
Noch länger geht auch???
Ts, dabei wurde bei mir schon "Im Eilverfahren" entschieden.

Die Rentenversicherung hat mir dann drei verschiedene Rehakliniken zur Auswahl genannt. Sollte ich auch diese ablehnen, dann könnten Sie mir leider die Rehamaßnahme nicht bewilligen.

Zum Glück war eine Rehaklinik dabei, die

1. eine gute informative Internetpräsenz hat
2. auch die Bronchien behandelt werden können
3. deren Mitarbeiter auf mich einen kompetenten und freundlichen Eindruck machen
4. SIE WISSEN WAS CVID IST!!!!
5. Die Räumlichkeiten und die direkte Lage an einem See finde ich sehr ansprechend

Ich fahre nun also nach Bad Segeberg: Psychosomatische Rehaklinik - Segeberger Kliniken

Wenn jemand von euch Erfahrungen mit der Klinik hat, würde ich mich über Infos sehr freuen.

Viele Grüße
Annette
Autor: Sunthorn
Erstellt: May 22 2013 - 07:36 PM
Betreff: re: Kennt jemand von euch eine gute Reha-Klinik?
Hallo Annette,

ich war vor einem Jahr in der Ostseeklinik Holm bei Schönborn an der Ostsee. Ich kam dorthin, weil mein Immunsystem meine Lunge stark geschädigt hat. Beim Rehaantrag hat mein Arzt auf Reizklima bestanden.

Die Ostseeklinik Schönberg-Holm ist eine zertifizierte Klinik zur stationären medizinischen Rehabilitation einschließlich Anschlussheilbehandlung/Anschlussrehabilitation und Prävention für Patienten mit Erkrankungen

des Herzens und des Kreislaufs,
der arteriellen Gefäße,
der Atemwege,
des Stoffwechsels,
der Bewegungsorgane sowie
des Immunsystems

Somit waren bei mir gleich zwei Bereiche (Atemwege und Immunsystem) abgedeckt. Vor Ort zeigte es sich dann, das dort mit "Immunsystem" vor allem HIV Patienten gemeint waren. Speziell mit CVID konnten sie dort recht wenig anfangen.

Meiner Lunge hat der Aufenthalt dort jedenfalls recht gut getan. Ich fühlte mich nach der Reha viel besser und habe wieder angefangen zu arbeiten. Ich kann die Ostseeklinik nur empfehlen.

Viele Grüße

Sunthorn
Autor: suchehilfe
Erstellt: May 24 2013 - 12:07 PM
Betreff: re: Kennt jemand von euch eine gute Reha-Klinik?
Hallo,
ich kann nur vor psychosomatischen Rehamaßnahmen warnen!!

Was ich auch nicht wusste ist, dass man dort von körperlichen Krankheiten weder was versteht noch will.

Leider findet man sich dann zusammen mit Suchtkranken in einem Zimmer wieder, wird ständig überwacht und in eine Schablone gepresst.

Zum Glück hat mich eine sehr liebe Frau davor gewarnt. Ich sollte damals auch zur Kur und war "überglücklich" so eine bewilligt bekommen zu haben. Der Zufall wollte es, dass ich Kontakt zu dieser Frau bekam. Dieser erzählte ich freudestrahlend von der bewilligten Kur.
Sie meinte, dass das ja eine Kathastrophe sei, denn ich wäre ja nicht wirklich psychisch krank.

Ihr Mann aber sei leider Alkoholiker und war schon oft in psychosomatischen Rehakliniken - nicht Entzugskuren sondern nur psychosomatischen Kliniken. Da sie ihn dort oft besucht habe und sie es gut mit mir meine kann sie mir nur sagen, dass ich das abwenden solle. Ich würde mich sonst mit Alkoholikern, Süchtigen usw. in 2- Bettzimmern wiederfinden.

Viel wichtiger sei es doch, meine körperlichen Gebrechen wie Asthma, Inefktanfälligkeit und Rheuma in den Griff zu bekommen aber da wäre ich in einer psychosomatischen Klinik doch völlig falsch!!

Jede Rehaklinik biete sowieso eine spychologische Betreuung an aber dort stehen halt die körperlichen Gebrechen im Vordergrund. Man solle auch möglichst eine Klinik auswählen die zu den körperlichen Defekten passt.

Zufällig lernte ich dann auch noch eine Frau kennen die in einer psychosomatischen Klinik in der Verwaltung arbeitet und die berichtete mir dann aus 1. Hand wie es dort zugeht.
Wirklich 2-Bett Zimmer, teilweise alles Kamera überwacht.
Sie sagte mir, auch wenn sie sich teilweise psychisch überfordert vorkomme, nie und nimmer würde sie freiwillig in so eine Klinik gehen da sie weiß wie die Patienten dort behandelt werden.

Zum Glück blieb mir dann dieses Los erspart und ich kam in eine normale Rehaklinik. Die psychosomatische Klinik um die Ecke habe ich mir dann vor Ort selbst mal angesehen. Wirklich erschreckend!!!
Ich habe mich dort dann so zum Versuch persönlich vorgestellt um zu sehen was die zu meinem Beschwerdebild sagen.

Von dort kam dann auch die Aussage, dass ich mit meinen wirklich vorhandenen körperlichen Beschwerden nicht in das Behandlungsbild dieser psychosomatischen Klinik passe. Sie hätten wirklich hauptsächlich alkohol- Suchtkranke oder welche mit psychischen Erkrakungen und Mehrbettzimmer seien durchaus an der Tagesordnung.

Um solche wirklich gravierenden körperlichen Beschwerden könnten sie sich in einer psychosomatischen Klinik gar nicht genügend kümmern weil hierauf der Schwerpunkt nicht liege.

Man war dort sehr freundlich zu mir, konnte mir aber auch nicht sagen wo ich für meine körperlichen Gebrechen die richtige Klinik finden könne.

Daher würde ich doch alle die hier im Forum diesen Beitrag gelesen haben bitten, hier einzutragen wenn sie schon mal in einer Fachklinik waren die sich wirklich gut mit Immundefekten auskennt.

Vorrangig brauchen wir doch kompetente Ärzte die sich mit Immundefekten auskennen - und auch Begleiterkrankungen wie Rheuma usw.
Auch ich wäre hier dringend auf Hilfe angewiesen weil ich auch keine kenne.

Als ich 18 Jahre alt war war ich in Bad Dürrheim in der Kurklinik Irma.
Mein Immundefekt war damals noch nicht diagnostiziert. Aber ich war dort wegen Asthma, Infektanfälligkeit, Wirbelsäule etc.
Dort wird auch eine psychologische Betreuung angeboten.

Die Klinik gibt es noch immer und ich weiß von einer Immundefektpatientin die als solche dort vor Jahren zur Reha war.

Bitte habt den Mut und teilt weitere Kliniken hier mit. Wir sind doch auf Tipps angewiesen.
Autor: Frieda2007
Erstellt: May 25 2013 - 08:48 PM
Betreff: re: Kennt jemand von euch eine gute Reha-Klinik?
Hallo liebe Mitstreiter,

wenn ich eure Beiträge lese, da stehen mir die Haare zu Berge. Ich habe mich jahrelang davor 'gedrückt' meine Kniegelenkeoperieren zulassen, weil ich mir nicht den Stress einer Anschlussheilbehandlung ,also Kur, antun wollte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mit der Diagnose CVID mit super Infektanfälligkeit und laufender subcutaner Therapie Einbett-Zimmer für normal Krankenversicherte gibt. Es gibt ja für mich nicht mal einen, von der Krankenkasse bezahlten Transport zum Orthopäden, wenn ich in beiden Kniegelenken einen akuten Entzündungsschub habe. Da wird immer auf meine nur 50 % Schwerbehinderung ohne eingeschränkte Gehbehinderung hingewiesen. Und auf diesen Bescheid habe ich 5 Jahre gewartet.
Es war schon sehr schwierig in Berlin einen HNO-Klinik zu finden, die mir ein Einbett-Zimmer zur Verfügung gestellt hat und das ohne Zuzahlung. Und ich habe ein dreiviertel Jahr gewartet. Und dort habe ich mir sprichwörtliche 'Fusseln an den Mund geredet' und Vorträge über angeborene Immundefekte gehalten...
Durch solcherart unnötigen Probleme werden wir in erster Instanz doch 'somatisiert' (wieder so ein beklopptes Wort aus dem Medizinjargon mit der Aussage des Arztes, dass er nicht helfen könne) und nicht mal vordergründig durch die Krankheit selber. Denn, wie der Slogan des Ministeriums für Arbeit und Soziales vermittelt : 'Wir sind nicht behindert, wir werden behindert !'
Also ich bin gespannt, ob jemand in dieser Richtung auch schon Erfahrungen hat. Ein schönes Fußballspiell Frieda
Autor: suchehilfe
Erstellt: May 27 2013 - 10:58 AM
Betreff: re: Kennt jemand von euch eine gute Reha-Klinik?
Hallo Frieda,
da der Immundefelt noch die "salonfähigste" meiner Erkrankungen ist, habe ich leider hauptsächlich nur solche niederschmetternden Erfahrungen.
Mein "Kuraufenthalt" in der Kurklinik Irma liegt jahrzehnte zurück. Damals waren auch in normalen Kurkliniken 2-Bettzimmer normal. Es gab aber auch vereinzelt 1-Bett-Zimmer. Allein meine Nachfrage nach einem solchen weil ich nachts ständig zur Toilette müsse hat dazu geführt, dass man mich sofort unter psychologische Aufsicht stellte. Das Einbettzimmer habe ich aber bekommen.
Trotz all dieser Widrigkeiten ist mir der Kuraufenthalt in der Kurklinik Irma als der beste von allen in Erinnerung geblieben.
Zunächst braucht man für so eine Reha auch die richtige Einstellung. Es geht ja nicht um Genssung. - Obwohl die Anwendungen früher wirklich sinnvoller zusammengesetllt wurden. Damals wurde ja auch noch nach den einzelnen Leistungen bezahlt und heute nach Aufenthalt.
Obwohl ich damals bei Irma wesentlich gesünder noch war hatte ich in den 4 Wochen total viele und gute Anwendungen. Mindestens 6- 8 Massagen, dann Streckungen, Strom, Atemgymnastik usw. - einfach klasse!!
Bei den letzten Rehas innerhalb 4 Wochen nur noch 4 Massagen, hauptsächlich Vorträge. Der letzte Reha Aufenthalt war so schlimm, dass ich die KK angerufen habe. Ich saß 1 Woche von 3 nur rum ohne Anwendung. Dann bekam ich welche verordnet, die Massage fiel aber gleich flach weil die Therapeutin krank wurde. Ich konnte freiwillig an Vorträgen teil nehmen- das wars. Ich habe dann vorgebracht, dass ich schon so oft im Krankenhaus undbereits in Reha war und daher nach 48 Tagem mit meiner Zuzahlung Schluss sei.
Daraufhin sagte mir die Kurklinik, dass sie mich dann ja auch bereit nach 16 Tagen entlassen könnten, denn von der KK bekämen sie eh nur eine Pauschale und wenn ich nicht mehr zuzahlen wolle, dann kann ich bereits vor dem Wochenende gehen.

Also wird bei Rehas gar nicht so sehr auf den Nutzen beim Patienten geachtet. Es geht darum pro Patient de Pauschale zu kassieren und dann wird nach denm Gießkannenprinzip das an Anwendungen verteilt was gerade so da ist. Massagen, Physiotherapie ist aufwändig für die Kliniken. Da halten sie nur wenige Therapeuten vor. Vorträge können von allen gleichzeitig besucht werden und man braucht nur einen der vorne steht und allgemeines Bla Bla von sich gibt. Auch Gruppensport oder Finessraum - ohne individuelle Betreuung versteht sich- werden noch angeboten - das wars. Ich habe es 3 Mal im Jahr so mitgemacht.
Geholfen hat mir die Reha nicht. In allen bekam ich nur Infekte und war schlimmer krank als zuvor.

Rehas sind anscheinend nur was für Leute die gerne 3 Wochen Urlaub auf Kosten der Allgemeinheit machen wollen.

Genau diese Einstellung habe ich bei meinen Aufenthalten zu hauf erlebt. - Ach, ich bin allein, wo soll ich da hin und viel Geld hab ich auch nicht, da kommt mir das gelegen, muss nur 10 EUR am Tag zuzahlen.

Ja, mit dieser Einstellung war ich auch in Irma. Ich hab das mehr als Urlaub gesehen - und hatte auch glück, die Leute dort waren super, wir haben total viel unternommen. Es war eine mords Gaudi - natürlich wurde ich auch da krank mit heftigem Infekt und kehrte auch so nach hause zurück. - Aber ich hatte total den Spass!! - Neue Freunde gefunden und viel action, lachen.
Gegen meine Infekte hat es nichts gebracht und auch mein Rücken hat sich im Laufe der Zeit verschlimmert.

Im Prinzip bin ich der Meinung, dass das geld was unnütz für Kuren rausgepulvert wird besser für die ärztliche Versorgung zu Hause eingesetzt werden sollte.
Ich habe eine Reihe Erkrankungen, da hat man die Kostenübernahme der KK für Therapien und Medikamente total gestrichen. Die Krankheit ist nicht heilbar aber es gibt, vor allem wenn frühzeitig eine Diagnose gestellt wird und mit Therapien begonnen wird, eine gute Chance die Krankheit hinaus zu zögern und möglichst lange die Arbeitskraft zu erhalten.
Da dies aber nicht geschieht müssen die Betroffenen ihre Jobs aufgeben, haben kein Geld sich die medikamente selbst zu kaufen aber dafür könne sie ja dann regelmäßig 3 Wochen zur Reha in welcher sie dann Therapien bekommen. Die können sie aber zu Hause nicht fortsetzen, was unheimliche Schmerzen wie Krebs im Endstadium zur Folge hat und der Kreis beginnt von Neuem!!
Letztendlich ist man psychosomatisch dran....

Ja, mit dem Immundefekt ist es auch nicht einfach.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahre ich seit Jahrzehnten nicht mehr wegen der Ansteckungsgefahr.
Auch sonst sehe ich mich vor weil ich es einfach satt habe ständig fieberhafte Infekte zu haben und die Antibiotika wirken auch nicht mehr so.
Krankenhäuser sind für mich auch der Horror.
Mal davon abgesehen, dass hier auch noch 4-Bett Zimmer üblich sind in die man mich stecken wollte, kriege ich keine Luft mehr wenn dann die Bettnachbarn zu Hauf Besuch bekommen die herumhusten, die Toilette benutzen etc.

Ich verstehe schon, dass es für Kliniken schwierig ist aber die Ignoranz verstehe ich nicht. Es gibt doch die Diagnose Immundefekt und da muss man sich doch kümmern und Rücksicht nehmen. - Von uns erwartet man das ganz selbstverständlich!!

Meine Krankenhausaufenthalte endeten leider immer damit, dass ich mir resistente Bakterien eingefangen habe und kränker entlassen wurde als ich hinein kam.
Das macht doch alles keinen Sinn!!

Das waren jetzt alles grausame Negativbeispiele aber ich denke schon, dass es auch "Mitstreiter" gibt, die mit Kliniken gute Erfahrungen gemacht haben.
Daher wäre es wichtig, diese hier aufzulisten.
Gerade als kranker Mensch braucht man eine "Heimat" und Stellen an die man sich wenden kann.

Auch müßte das Interesse der Mediziner an dem Gebiet Immunsystem geweckt werden.

Fundierte Forschungsarbeit gerade auf diesem Gebiet halte ich für enorm wichtig - nicht nur für uns Immungeschädigte.
Jeder Mensch wird mal krank.
Heutzutage denken wir, im Ernstfall wird es ein Antibiotika schon richten - aber es gibt immer mehr Fälle wo die gar nicht mehr helfen oder neue Krankheiten.

Mit den Immunglobulinen ist uns schon viel Gutes getan aber Immundefekte zu reparieren usw. wäre doch noch besser? - Oder ?
Autor: Sabine
Erstellt: Jul 31 2013 - 05:01 PM
Betreff: re: re: Kennt jemand von euch eine gute Reha-Klinik?
Hallo Annette,

warst Du denn in Sad Segeberg zur Reha und hat´s Dir gut getan?
Ich weiß, ich bin Lichtjahre zu spät, komme aber selten dazu ins Forum zu schauen.

LG
Sabine
Autor: Annette
Erstellt: Nov 01 2013 - 03:22 PM
Betreff: re: Kennt jemand von euch eine gute Reha-Klinik?
Liebe Sabine,

war auch schon länger nicht mehr hier im Forum... arbeite mich aber gerade durch alle Beiträge

Ja, ich war in Bad Segeberg und habe dort die psychosomatische Reha gemacht.

Tja, was soll ich sagen...

Ich fange mal mit dem Negativem an:

Es hatte dort doch niemand eine Ahnung von CVID, obwohl mir das telefonisch zugesichert wurde

Atemwegserkrankungen konnten dann doch nicht gezielt behandelt werden, was vorher zugesichert wurde

Leider bin ich an eine Therapeutin geraten, die mir einreden wollte, dass meine Infektionen psychische Gründe haben, obwohl ich meine Erkrankung genau erklärt habe Ich habe auch versucht sie zu wechseln, ist mir dann aber nicht geglückt, da sie sowieso die halbe Zeit nicht da war und daher ein Wechsel nicht "sinnvoll" wäre.

Organisatorisch lief in der Klinik leider auch einiges schief, so dass ich meinen zuständigen Arzt erst fast am Ende der Reha kennengelernt habe, dass in meiner Verlängerungszeit über Weihnachten und Neujahr kaum Therapien stattfanden und dass man sehr genau aufpassen muss, ob man auch tatsächlich bei den Therapien angemeldet worden ist, die man besuchen soll.

Dann brach in der Rehaklinik der NoroVirus aus, den ich dann natürlich auch bekommen habe
Ich wurde in das nahegelegene Krankenhaus verfrachtet, in ein Einzelzmmer gebracht, untersucht und sollte wegen der Ansteckungsgefahr das Zimmer auf gar keinen Fall verlassen. Ich hatte sehr hohes Fieber, konnte nicht mehr klar denken und war total erschöpft. Und ich hatte Durst! Der Arzt hatte den Pfleger noch angewiesen mir Wasser zu bringen. Das hat er aber nicht getan. Jedes Mal wenn er in mein Zimmer kam, hat er gesagt, dass er so wenig Zeit hat, aber gleich mit dem Wasser kommen würde. Nach FÜNF Stunden hatte ich dann die Nase voll und bin aus dem Zimmer gegangen um Wasser zu finden... Der Nachtdienst war total platt, dass ich durch die Gegend laufe und dass ich immer noch nichts zu trinken bekommen habe. Naja, nun hatte ich mein Wasser aber endlich.

Durch diese NoroVirus-Geschichte konnte ich nun ja nicht an den Therapien teilnehmen und man hat mir empfohlen, die Reha zu verlängern. Das fand ich zunächst erstmal sehr gut. Nur leider das dazu geführt, dass meine Immunglobiline, die ich mitgenommen habe nicht ausreichten. Wenn Du denkst, dass dies ja kein Problem sein sollte... mitten in Deutschland... in einem Krankenhaus... dann hast Du Dich geirrt. Es war echt der Knaller, sie haben sich tatsächlich geweigert das Gammanorm zu besorgen. Ich musste irgendwie versuchen, dass ich an Rezept kam. Habe ich auch geschafft, aber dann galt es nicht, weil es per Fax geschickt worden ist, dann hatte die Apotheke Lieferprobleme, dann war Weihnachten und Neujahr und ich saß da ohne Immunglobuline.

Positives:

Ich hatte mir die Rehaklinik ja auch aus dem folgendem Aspekt her ausgesucht:
Falls die Therapien schlecht sein sollten, dann sollten aber die Räumlichkeiten gut sein und die Rehaklinik wenigstens in einer schönen Gegend liegen. Damit ich mich auch wohlfühle Und das war wirklich eine gute Idee.
Diese Rehaklinik ist ganz neu gebaut worden und liegt wunderbar an dem großen Segeberger See.
Es gibt dort sehr schöne und große Einzelzimmer mit einem tollen Bad.
Ich hatte das Glück ein Zimmer mit Balkon und Blick auf den See zu bekommen. So konnte ich sogar die Quaratänezeit mit dem NoroVirus gut überstehen und mich erholen.

Das Pflegepersonal war rundherum freundlich und hilfsbereit

Das Essen war auch abwechslungsreich und lecker. Es gab sogar ein Weihnachtsessen und einen Sylvesterball

Die Physiotherapeuten waren wirklich richtig gut, abenso auch die anderen Psychotherapeuten!

Es gab viele Freizeitangebote und man konnte alle Räumlichkeiten nutzen und sogar Klavier spielen

Sehr gut finde ich, dass die Klinik sehr viel Wert auf Bewegung legt und so konnte ich einiges für meine Gesundheit gewinnen.
Es fanden immer wieder Informationsveranstaltungen statt, wie z.b. Stressbewältigung, Depressionen, Gefahren durch Rauchen und übergewicht, etc.

Ich habe "Filzen" gelernt

Und ich habe dort sehr nette Menschen kennengelernt.

Mein Fazit:
Ich war einfach in der falschen Klinik!
Schade, denn ich hatte die Rentenversicherung vorher genau über CVID und meine ganzen Atemwegserkrankungen informiert.
Aber trotz allem, ging es mir nach der Reha wenigstens etwas besser als vorher. Nur dass ich auch weiterhin arbeitsunfähig bin und die Atemwegserkrankungen immer noch bestehen.

@Sunthorn:
Danke für den Tipp mit der Ostseeklinik Holm bei Schönborn an der Ostsee. Werde sie mir mal im Internet anschauen. Da ich ja immer noch arbeitsunfähig bin, sagt das Arbeitsamt nun, dass ich eine medizinische Reha beantragen soll. Bin mal gespannt was das wird.

Viele Grüße
Annette
Anzahl Nachrichten: 17 - Seiten (2): [1] 2
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